Jeder kennt es, man steht im Supermarkt und möchte ein gutes Olivenöl kaufen. Doch nach welchen Kriterien soll ich mich entscheiden? Und wenn ich mich endlich zwischen Natives Olivenöl Extra, Natives Olivenöl, kaltgepresstes Olivenöl oder raffiniertes Olivenöl entschieden habe, hab ich zwar eine Bezeichnung, aber kann ich wirklich sicher sein, dass nichts anders drin ist?
Olivenöl: Ein kleiner Leitfaden
Olivenöl, das flüssige Gold des Mittelmeerraums, ist weit mehr als nur ein einfaches Speiseöl. Es ist ein Symbol für Gesundheit, Tradition und kulinarische Exzellenz. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Arten von Olivenöl, ihre Herstellung, ihre gesundheitlichen Vorteile und praktische Tipps zur Erkennung von Qualität beleuchten. Zudem betrachten wir den bekannten Hausfrauentrick
Die Geschichte des Olivenöls
Olivenöl hat eine lange und reiche Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Schon die alten Griechen und Römer nutzten Olivenöl nicht nur zum Kochen, sondern auch als Heilmittel und Schönheitselixier. Heute ist Olivenöl ein Grundnahrungsmittel in vielen Küchen weltweit und wird besonders in der mediterranen Ernährung geschätzt.
Arten von Olivenöl
Es gibt mehrere Kategorien von Olivenöl, die sich in Qualität, Geschmack und Verwendung unterscheiden:
- Natives Olivenöl Extra (Extra Virgin Olive Oil): Die höchste Qualitätsstufe. Es wird kaltgepresst und ist frei von chemischen Zusätzen. Es hat einen fruchtigen Geschmack und einen niedrigen Säuregehalt.
- Natives Olivenöl (Virgin Olive Oil): Ebenfalls kaltgepresst, aber mit einem etwas höheren Säuregehalt als Natives Olivenöl Extra. Es hat einen milderen Geschmack.
- Olivenöl (Pure Olive Oil): Eine Mischung aus raffiniertem Olivenöl und nativem Olivenöl. Es hat einen neutralen Geschmack und eignet sich gut zum Kochen und Braten.
- Lampantöl (Lampante Olive Oil): Von niedriger Qualität und nicht für den direkten Verzehr geeignet. Es muss raffiniert werden, bevor es verwendet werden kann.
- Infundiertes Olivenöl (Infused Olive Oil): Olivenöl, das mit Kräutern, Gewürzen oder Zitrusfrüchten aromatisiert wurde.
Herstellung von Olivenöl
Die Herstellung von hochwertigem Olivenöl beginnt mit der Ernte der Oliven. Diese werden idealerweise per Hand gepflückt, um Schäden an den Früchten zu vermeiden. Nach der Ernte werden die Oliven gereinigt und zermahlen, um eine Paste zu erzeugen. Diese Paste wird dann gepresst, um das Öl zu extrahieren. Beim Kaltpressverfahren wird die Temperatur niedrig gehalten, um die Nährstoffe und Aromen des Öls zu bewahren.
Viele Olivenöle sind industriell verarbeitet, stark vermischt und von zweifelhafter Qualität. Untersuchungen von Ökotest und Stiftung Warentest zeigen seit Jahren, dass günstige Olivenöle häufig verunreinigt oder minderwertig sind – viele fallen bei Qualitätsprüfungen sogar komplett durch.
Durch die Raffinierung verlieren diese Öle nicht nur ihre wertvollen Nährstoffe, sondern auch Geschmack und gesundheitliche Wirkung. Hinzu kommt: Betrug mit Olivenöl ist weit verbreitet. Dennoch muss man unterscheiden – zwischen illegalem Panschen und dem legalen Verschneiden. Beim Verschneiden werden Olivenöle unterschiedlicher Herkunft und Qualität gemischt. Das ist erlaubt – und unter bestimmten Bedingungen darf ein solches Produkt trotzdem den Namen „Natives Olivenöl extra“ tragen. Aber möchtest du das?
Gesundheitliche Vorteile
Olivenöl, besonders Natives Olivenöl Extra, ist reich an einfach ungesättigten Fettsäuren und Antioxidantien. Es kann zahlreiche gesundheitliche Vorteile:
- Herzgesundheit: Reduziert das Risiko von Herzkrankheiten durch Senkung des LDL-Cholesterins und Erhöhung des HDL-Cholesterins.
- Entzündungshemmend: Enthält Oleocanthal, das entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.
- Antioxidative Wirkung: Schützt die Zellen vor oxidativem Stress durch freie Radikale.
- Verdauungsfördernd: Unterstützt eine gesunde Verdauung und kann Verstopfung lindern.
Der Kühlschranktest: Ein Hausfrauentrick
Ein einfacher Hausfrauentrick, um die Reinheit von Olivenöl zu testen, ist der Kühlschranktest. Das geht ganz einfach:
- Fülle das Olivenöl in eine kleine Glasflasche und mach sie fest zu.
- Stelle die Flasche in den Kühlschrank bei etwa 4°C.
- Laß die Flasche für mindestens 24 Stunden im Kühlschrank.
- Der Test ist bestanden, wenn das Olivenöl bei den kühlen Temperaturen trüb und dickflüssig bis fest geworden ist. Dies liegt an den natürlichen Wachskomponenten und Fettsäuren, die bei kühleren Temperaturen erstarren.
Tipps für deinen Einkauf im Supermarkt
- Achte auf Ursprungsbezeichnungen wie DOP oder IGP und Bio-Siegel.
- Wenn möglich: Probiere das Öl. Hochwertiges Olivenöl hat einen fruchtigen, grasigen oder leicht bitteren bis scharfen Geschmack. Oder anders ausgedrückt: Hochwertiges Öl ist mit einem frischen Baguette ein Gruß aus der Küche wert!
- Kaufe Olivenöl von bekannten Marken oder spezialisierten Händlern.
- Hochwertiges Olivenöl hat seinen Preis. Basta! Sehr günstige Angebote sind oft ein Indiz für minderwertige oder gepanschte Produkte.
Mein persönlicher Tipp an dich
Kaufe dein Olivenöl dennoch nicht im Supermarkt, sondern bei einem Direktvermarkter aus Griechenland oder Italien. Du kennst keinen Direktvermarkter? Dann abonniere meinen Newsletter oder schreibe mir.